Reifen: Luft oder Gas als Füllung - Informationen & Meinungen



Reifen: Luft oder Gas als Füllung

Während man sich beim Befüllen von PKW-Reifen bislang einfacher Luft bediente, gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit, Stickstoff als Reifengas zu benutzen. Dieses Verfahren kommt sowohl bei der Formel 1 als auch in der Luftfahrt schon länger zum Einsatz, um dort entsprechenden Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. Der in Fachwerkstätten gewonnene Stickstoff besitzt im Gegensatz zur normalen Luft einen bis zu 99% erhöhten Stickstoffanteil. Erkennungsmerkmal der mit Gas befüllten Reifen sind die in den Farben grün, gelb oder rot gekennzeichneten Ventilkappen.

Umstritten in der Fachwelt

Über den Nutzen des kostenintensiveren Reifengases ist man sich in der Fachwelt jedoch uneinig. Die mit Stickstoff gefüllten Reifen sollen erhöhte Sicherheitsstandards aufweisen und sich durch eine erhöhte Lebensdauer auszeichnen. Tatsächlich wird der Druckabfall im Reifen durch die im Stickstoff befindlichen größeren Moleküle stark reduziert. Dadurch kommt es zu weniger Walkung, was die Gefahr eines geplatzten Reifens erheblich eindämmt. Der Alterungsprozess des Reifens wird insofern verzögert, als dass der im Reifen befindliche Stickstoff chemisch nicht mit dem Gummi reagiert.

Vorteile von Reifengas

Über einen erhöhten Fahrkomfort hinaus, der durch ein vermindertes Abrollgeräusch zustande kommt, weisen die mit Stickstoff gefüllten Reifen auch einen ökologischen Effekt auf. Der konstantere Reifendruck führt zu einem geringeren Abrollwiderstand, welcher einen sparsameren Kraftstoffverbrauch nach sich zieht. Geworben wird weiterhin mit einem geringeren Brandrisiko bei Überhitzung, da sich durch den Mangel an Sauerstoff innerhalb des Reifens kein zündfähiges Gemisch mehr bilden kann. Außerdem ist das Stickstoffgemisch frei von Feuchtigkeit und soll so den Rost an der Felge und am Ventil verringern.

Trotz aller eben genannten Vorteile fehlen bislang technische Beweise, die eine Stickstofffüllung des Reifens rechtfertigen. Um einen optimalen Reifendruck zu gewährleisten, kann auch der Einsatz von Stickstoff als Reifengas regelmäßige Inspektionen nicht ersetzen. Der ADAC weist aus Sicherheitsgründen daraufhin, dass auch bei Reifengas der Reifendruck regelmäßig, am besten alle 2 Wochen, gemessen werden sollte. Die proklamierten Eigenschaften zum konstanteren Reifendruck entbinden davon nicht.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf:
ADAC: Eine Gegenüberstellung der vermeintlichen Vorteile von Reifengas und deren Relevanz für den normalen Autoverkehr:
http://www.adac.de/infotestrat/reifen/luftdruck/stickstoff-reifenfuellung/default.aspx
Goodwheel: Eine Erläuterung der wichtigsten Begriffe und Reifenkürzel:
http://www.goodwheel.de/reifen-abc/

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