Smileys und die Sprachkultur - Informationen & Meinungen



Smileys und die Sprachkultur

Smileys haben einen Einfluss auf die Sprachkultur. Dies zeigt sich letztendlich dadurch, dass das Smiley in verschiedenen Wörterbüchern vorkommt. Waren die Emoticons in ihren Anfängen dazu gedacht, Missverständnisse in der Schriftsprache einzudämmen, so ersetzen die Smileys heute mehr und mehr das geschriebene Wort.

Sollten die Smileys zu Beginn Hinweise darauf geben, wie eine bestimmte Aussage aufzufassen sei (lustig gemeint, ernst gemeint), so sind sie heute meist die Aussage selbst. Abgesehen von den Emoticons und Animoticons, die augenscheinlich schmückendes Beiwerk zu E-Mails, in Chats oder Foren sind, kann man viele Aussagen mit einem einzigen Bild ausdrücken. Anhand der vorhandene Smileys ist es möglich, komplette einfache Konversationen in Bildern auszudrücken. Um sich zu begrüßen, für das Wochenende eine gemeinsame Unternehmung abzusprechen, einen Anruf zu vereinbaren und sich zu verabschieden benötigt man heute kein einziges Wort mehr. Auch Liebeserklärungen, Streitigkeiten oder Trennungen lassen sich ohne Worte formulieren. Dies ist zwar nicht der Sinn und Zweck der Emoticons gewesen, hat aber den Vorteil, dass man Statements abgeben kann, ohne dafür viel Zeit einplanen zu müssen.

Der Nachteil ist zum einen, dass sich niemand mehr Zeit nimmt, bestimmte Dinge auszuformulieren. Ein weiterer Nachteil ist, dass zunehmen auch die Fähigkeit verloren geht, bestimmte Sachverhalte in Worte zu fassen. Dadurch, dass E-Mails eine immer stärkere Akzeptanz auch in der privaten Korrespondenz finden, ist das Briefeschreiben in Vergessenheit geraten; dadurch, dass man Wörter mit Bildern ersetzen kann, verliert das geschriebene Wort an Bedeutung. Die meist jugendlichen Benutzer von Emoticons kommunizieren mit Schlagwörtern, die ohne Erklärung und ohne tieferen Sinn in die Community geworfen werden.

Dabei verloren gehen die Nuancen, die zu jeder Emotion gehören. Die Smileys bieten eine Kommunikation mit einem schwarz-weiß Schema: ich bin entweder traurig oder fröhlich; ich weine oder ich kugele mich vor Lachen. Was fehlt, sind die Zwischentöne. Natürlich kann man jemandem seine Sympathie dadurch zeigen, in dem man ihm ein küssendes Smiley zuschickt. Wie viel schöner und persönlicher ist es jedoch, wenn man das, was man über denjenigen fühlt oder denkt, in eigene Worte fasst. In geschriebenen Komplimenten steckt so viel mehr Wertschätzung, als in einem einfachen Smiley. Wenn man in der Lage ist, Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen, zeigt dies, dass man sich mit der Person oder dem Thema auseinandergesetzt hat.

Smileys, Animoticons und Emoticons als Unterstützung zu geschriebenen Aussagen zu verwenden, kann helfen, Missverständnisse auszuräumen. Als Ersatz für schriftlichen Ausdruck geht eine ganze Menge Aussage und Sprachkenntnis verloren.

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